So kommt der TSV mit dem ruhenden Spielbetrieb zurecht

So kommt der TSV mit dem ruhenden Spielbetrieb zurecht

"Verein hat guten Zusammenhalt" - Seit über drei Monaten ruht der Spielbetrieb im Amateursport Von Dominik Rechner „Platz vorübergehend gesperrt!“, steht auf dem gelben Schild am Sportplatz des TSV Höpfingen. Die RNZ sprach mit Finanzvorstand Steffen Kuhn (r.), Fußball-Jugendleiter Robert Johnson (2. v. l.), dem stellvertretenden Abteilungsleiter Fußball, Steffen Diehm (2. v. r.), und den Leiterinnen der Volleyballabteilung, Sina Berberich (l.), Theresa Beuchert (2. v. l.), und Gina Bodirsky (3. v. r.) über die aktuelle Situation des Vereins im Lockdown. Foto: Dominik Rechner Höpfingen. Das Sportheim ist seit fast einem Jahr für den Publikumsverkehr komplett geschlossen, der Sportplatz schon gut drei Monate gesperrt und die Sporthalle war am 29. Oktober letztmals belegt: Die Coronakrise hat auch einen sonst so aktiven Verein wie den TSV Höpfingen mit seinen 1300 Mitgliedern fest im Griff. Gleichwohl haben die Verantwortlichen Verständnis für die Maßnahmen der Politik, wie beim Gespräch der RNZ mit Finanzvorstand Steffen Kuhn, dem stellvertretenden Leiter der Fußballabteilung, Steffen Diehm, Fußball-Jugendleiter Robert Johnson und der Abteilungsleitung der Volleyballerinnen um Theresa Beuchert, Sina Berberich und Gina Bodirsky deutlich wird. "Grundsätzlich war es absehbar, dass es wieder zu einem Lockdown kommen wird", sagt Finanzvorstand Steffen Kuhn. Seit 2. November ist bundesweit kein Amateursport in Vereinen erlaubt. "Die Gesundheit unserer Sportler und auch der Zuschauer hat oberste Priorität", betont Kuhn, auch wenn er zugibt, dass es frustrierend für die Beteiligten beim TSV Höpfingen gewesen sei. "Man könnte ja denken, dass es in den vergangenen Monaten deutlich weniger zu tun gab. Aber in der Realität hatten unsere Abteilungsleiter deutlich mehr zu organisieren und zu planen, um die ganzen Vorgaben beim Amateursport einzuhalten." Doch die ganze Mühe sei letztlich wieder Makulatur gewesen. Seit Ende Oktober werden die Konzepte nicht gebraucht, weil schlicht nichts erlaubt ist. Sportlich gesehen lief es bis dahin in der neuen Saison ziemlich gut. Im Fußball belegt die 1. Mannschaft der Herren nach sieben Spieltagen den vierten Tabellenplatz in der Landesliga Odenwald (bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz), die 2. Mannschaft ist nach acht Spieltagen in der Kreisklasse A Buchen sogar Tabellenführer. Die 3. Mannschaft steht nach acht Spieltagen in der Kreisklasse B1 Buchen auf Rang elf. "Da wir mit unseren Mannschaften gut da stehen, wäre ein Saisonabbruch nicht tragisch", erklärt Steffen Diehm von der Fußballabteilung auch in Bezug auf einen möglichen Saisonabbruch mit Abstiegsfolgen. Entschieden sei bislang nur, dass die Saison gewertet werde, ob die Spielzeit fortgesetzt oder abgebrochen wird, ist dagegen unklar. Ebenso verhält es sich im Jugendbereich, wie Robert Johnson von der Fußball-Jugendabteilung informiert. Ein gewohntes Bild in den vergangenen Monaten: Die Höpfinger Sporthalle, in der normalerweise die Volleyballerinnen spielen, wurde letztmals am 29. Oktober genutzt. Foto: Rechner Im Volleyball ist man dagegen schon einen (bitteren) Schritt weiter: Die Saison wurde abgebrochen, nach nur zwei Spieltagen war die Spielzeit für die Höpfinger Damen schon wieder beendet. "Wir haben zwei Siege eingefahren und haben dann mitgeteilt bekommen, dass die Saison nicht gewertet wird. Normalerweise wäre sie im März zu Ende gewesen", berichtet Sina Berberich. Der Heimspieltag wurde nicht mehr ausgetragen, womit der ausgearbeitete Hygieneplan auch keine Anwendung erfahren hat. "Wir hoffen jetzt, dass wir mit der neuen Runde im September starten und unseren Sport dann wieder normal ausüben können", so Berberich. Für sie und ihre Kolleginnen von der Abteilungsleitung, Theresa Beuchert und Gina Bodirsky, sei es immer ein gewisser Zwiespalt gewesen, ob sie in diesen Zeiten spielen sollten oder nicht, denn: "Wir sind zum einen Spielerinnen und wollen gerne spielen, zum anderen haben wir als Abteilungsleiterinnen aber auch die Verantwortung für die Gesundheit der Beteiligten." Das Vereinsleben spielt sich in allen Bereichen derzeit nur online ab. "Die nächste Vorstandssitzung mit rund 50 Leuten findet digital statt, unsere Generalversammlung wäre normalerweise im März. Die haben wir jetzt auf den Sommer verschoben, in der Hoffnung, dass sie als Präsenzveranstaltung möglich ist. Digital wäre das schwierig", erzählt Finanzvorstand Steffen Kuhn. Was das Sportliche anbelangt, so bietet das Internet immerhin die Möglichkeit, dass die Sportler "gemeinsam", über die Bildschirme zuhause verbunden, trainieren und fit bleiben können. Im Jugendbereich sieht das dann so aus, dass sich "die Trainer verschiedene Übungen überlegen und die Jugendlichen diese daheim nachmachen", wie Jugendleiter Robert Johnson informiert. "Bislang kommt das Online-Training komplett gut bei den Jugendlichen an. Es ist schön zu sehen, dass die Begeisterung da ist, auch wieder was mit dem Ball machen zu können. Wir wollen die Jugendlichen bei der Stange halten. Sie sollen weiter dabei bleiben und nach dem Lockdown das Interesse nicht verlieren", betont Johnson. Anzeichen dafür sieht er bislang aber auch nicht. Im Gegenteil: "Die Jugendlichen vermissen das normale Fußballtraining." Online-Training – das nutzen auch die Herrenmannschaften, die sich so bereits seit dem ersten Lockdown dreimal pro Woche treffen, wie Steffen Diehm erklärt. In den 30-minütigen Einheiten gehe es hauptsächlich um Fitness und Ausdauer. Dazu kommt Joggen in Eigenverantwortung, schließlich wollen die Fußballer vorbereitet sein und nicht bei null anfangen, wenn die Vorbereitung auf die Restsaison losgeht. Und: "Für die würden wir wahrscheinlich auch nur drei Wochen Zeit haben", so Diehm. Keine Spiele, keine Veranstaltungen: Das hat natürlich unmittelbare finanzielle Auswirkungen für den TSV Höpfingen. Und zwar keine kleinen: "Der TSV Höpfingen lebt von den Zuschauereinnahmen, vom Sportheimbetrieb und Veranstaltungen, allen voran unserem Sportfest, das unsere Haupteinnahmequelle ist. Ich denke auch an Veranstaltungen der Volleyballerinnen, die sonst gut laufen, wie z. B. das Weißwurstfrühstück", stellt Finanzvorstand Steffen Kuhn klar. Das Sportheim sei seit Pandemiebeginn für Gäste geschlossen, da man kein Gesundheitsrisiko eingehen wolle. Bis auf den Sportlerball in der vergangenen Fastnachtskampagne seien alle Veranstaltungen 2020 ausgefallen. Während die Kosten für Strom, Wasser, Gas und Versicherung weiter laufen, fehlen die Einnahmen fast komplett. "Wir haben zwar Reserven, aber auf die wollten wir nicht wegen Corona zurückgreifen", erklärt Steffen Kuhn. Eigentlich habe man damit ein dringend benötigtes neues Sportmobil (für die Fahrten der Fußballer und Volleyballerinnen zu Spielen) anschaffen wollen, denn das alte ist bereits 15 Jahre alt. Doch stattdessen habe der TSV Höpfingen 2500 Euro in noch dringendere Maßnahmen, darunter die Rasenpflege, stecken müssen. "Wir kommen momentan über die Runden, die Corona-Hilfe vom Badischen Sportbund hat uns auch geholfen. Damit konnten wir immerhin die Ehrenamtsvergütung an unsere Übungsleiter zahlen", ergänzt der Finanzvorstand, der auch die Sponsoren lobt, die alle bei der Bandenwerbung dabei geblieben seien. Doch sollten in diesem Jahr wieder alle Veranstaltungen wegbrechen, dann "wären die Reserven weg. Wir wären blank", stellt Kuhn klar. Trotz all der Probleme, die die Coronakrise mit sich bringt, gibt es für Kuhn auch ein paar positive Aspekte: Zum einen hielten die Mitglieder dem TSV Höpfingen die Treue: "Wir haben keinen Rückgang der Mitgliederzahlen wegen Corona zu verzeichnen." Und zum anderen habe sich einmal mehr die große Solidarität und das ehrenamtliche Engagement des Vereins gezeigt, als man im Frühjahr die Einkaufsaktion für ältere Menschen anbot und ein tolles Ferienprogramm für die Kinder auf die Beine stellte. Und eines zeichnet den Verein ganz besonders aus: "Der TSV Höpfingen hat einen guten Zusammenhalt, ob im Fußball oder beim Volleyball", betonen Theresa Beuchert, Sina Berberich und Gina Bodirsky von der Volleyballabteilung.

Teile die TSV Webseite in den Sozialen Medien

Veranstaltungen

Besucher der TSV Seite

Heute 496

Gestern 1707

Woche 496

Monat 28159

Insgesamt 1262533

Fair und Regional

© 2021 TSV Frankonia Höpfingen 1911 e.V.
https://www.jpk-web-vision.de/

Publish modules to the "offcanvas" position.