Nur 2 Punkte seit dem Spiel gegen Neckarelz

Nur 2 Punkte seit dem Spiel gegen Neckarelz

Landesliga Odenwald Fernduell um die Meisterschaft wird schon heute fortgesetzt / TSV Oberwittstadt ist aktuell die beste Mannschaft 2019

Zwei „Keller-Knaller“ ragen am 31. Spieltag heraus

Seit dem achtbaren 0:0 in Neckarelz Mitte April sammelte der TSV Höpfingen nur zwei weitere Unentschieden und hat inzwischen 38 Punkte. Jetzt steht ein Kräftemessen mit dem abstiegsbedrohten SV Nassig bevor, bei dem ein „Dreier“ für den Gastgeber auch rechnerisch endgültig den Klassenerhalt perfekt machen würde. In Höpfingen reichte es für den SV Nassig seit 2005 zweimal für ein Unentschieden, doch ein Sieg gelang nicht. Auf den Relegationsplatz will Nassig nicht zurückfallen; der Vorsprung von einem Zähler vor Osterburken ist jedoch minimal.

Mit dem Unentschieden im Spitzenspiel bei der Spvgg. Neckarelz hat es der VfR Gommersdorf weiter selbst in der Hand, Landesliga-Meister zu werden und erneut den Verbandsliga-Aufstieg zu sichern. Doch Vorsicht ist geboten, denn die Neckarelzer haben auf den ersten Blick das leichtere Restprogramm, während der VfR noch die möglichen Stolpersteine Grünsfeld und Oberwittstadt aus dem Weg räumen muss.

Bemerkenswert: Alle vier Landesligisten auf den Abstiegsplätzen punkteten zuletzt; weil die SV Viktoria Wertheim nur 1:1 gegen Höpfingen spielte, gab Aufsteiger Walldürn die Rote Laterne an die Wertheimer ab. Am Sonntag folgen zwei weitere extrem wichtige Spiele mit den Kellerduellen Osterburken gegen Wertheim und Walldürn gegen Tauberbischofsheim.

Der FSV Waldbrunn kann im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Spvgg. Neckarelz unbesorgt aufspielen und seine positive Heimbilanz noch aufbessern. Nach zwei Spieltagen ohne Sieg ist Neckarelz unter Zugzwang, wenn es seine Meisterschafts-Ambitionen noch realisieren will. Im Hinspiel gewannen die Gäste locker mit 5:0; unter Druck wird es etwas schwerer werden, die drei Zähler einzufahren.

Spannung verspricht das Spiel des VfR Gommersdorf gegen den FC Grünsfeld. Die Jagsttäler wollen ihre Tabellenführung mit einem weiteren Heimsieg verteidigen. Im Hinspiel gelang ein 4:1-Sieg beim FC, der jedoch bis auf den 1:4-Ausrutscher bei Türkspor Mosbach in den vergangenen Wochen kein Spiel mehr verlor. Unmittelbar nach dem Unentschieden in Neckarelz gab VfR-Trainer Markus Gärtner die Marschroute vor: „Es ist noch immer alles offen. Aber unser klares Ziel ist es, dass wir in der Tabelle bis zum Schluss vorn bleiben wollen.“ Punkte darf der VfR deshalb nicht mehr leichtsinnig verschenken. Mit dem FC Grünsfeld kommt ein dankbarer Gast ins Jagsttal. In den bisherigen 25 Aufeinandertreffen in der Landesliga fuhren die Gommersdorfer 19 Siege ein, bei drei Unentschieden und drei Niederlagen. Das Trainerduo Stephan Braun und Chris Moschüring führte jetzt die Grünbachtäler auf einen sehr guten sechsten Tabellenplatz mit 46 Punkten auf der Habenseite. Mit Chris Moschüring und Lukas Albert haben sie zwei ausgezeichnete Torjäger in ihren Reihen. Beide haben bisher 18 Treffer auf ihrem Konto. Trotz der genähten Platzwunde an der Augenbraue beim Spiel in Neckarelz will Gabriel Mütsch spielen. Auch Fabian Geissler hofft wieder, ganz fit zu sein.

Mit dem wertvollen Sieg in Nassig im Rücken geht Eintracht Walldürn mit viel Selbstvertrauen in das Heimspiel gegen den TSV Tauberbischofsheim. Genutzt werden soll vor allem der Heimvorteil, denn drei der letzten vier Partien finden vor heimischer Kulisse statt. Zudem ist die kleine Serie von zwei 1:0-Siegen ausbaufähig. 15 der insgesamt 23 Punkte auf dem Konto holte der Tabellenvorletzte daheim.

Dank des Dreierpacks von Torjäger Mario Greco im Heimspiel gegen den FV Mosbach ist möglicherweise der Knoten beim TSV Tauberbischofsheim noch rechtzeitig geplatzt, auch wenn sich die Kreisstädter in der Tabelle nicht verbessert haben. In Walldürn geht es nun für beide Kontrahenten um, im Grunde, alles. Verlieren ist jedenfalls für beide verboten. Im Hinspiel waren es zwei Treffer von Steffen Stockmeister, welche die Begegnung mit 2:1 entschieden. Die Eintracht feierte jüngst jüngst sogar zwei Siege in Folge. Die „Hackenberger“ haben im Abstiegskampf wieder Blut geleckt.

Schwankend sind die Leistungen und Ergebnisse des FV Mosbach, der sich heute Abend mit dem besten Aufsteiger FV Reichenbuch messen muss. Mit einem Sieg wäre den Mannen von Trainer Peter Hogen der vierte Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen.

Mehr als der derzeitige fünfte Rang ist für den SV Königshofen in dieser Saison nicht mehr drin; umso energischer soll dieser im Heimspiel gegen den abstiegsgefährdeten SV Neunkirchen verteidigt werden. Die Partie wird zu einem Fernduell mit dem punktgleichen FC Grünsfeld. Die Gäste zeigten sich in den letzten Wochen recht nervenstark und verringerten den Zehn-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz nach dem 22. Spieltag bis auf aktuell zwei Zähler. Der Gastgeber ist also gewarnt, dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. So sieht es auch der Sportliche Leiter des SVK Martin Michelbach: „Wir müssen uns wieder steigern, um weiter den ordentlichen Tabellenplatz zu behalten. Nico Wagner fehlt urlaubsbedingt. Abwarten muss man bei Enrico Rathmann und Moses Karim, die beide am vergangenen Sonntag in Grünsfeld verletzt ausgewechselt werden mussten.“

Mit dem 4:1-Sieg in Reichenbuch im Rücken scheint der VfR Uissigheim für einen starken Schlussspurt gerüstet zu sein. Den eigenen Fans will die Mannschaft von Trainer Andreas Walz im vorletzten Heimspiel eine ansehnliche Partie gegen den FC Hundheim/Steinbach bieten. Nur noch vier Zähler fehlen dem Tabellenachten auf Platz sechs; die in dieser Runde bisher beste Platzierung des VfR, die er schon an zwei Spieltagen erreichte. Seit sechs Spieltagen belegen die Gäste Platz zwölf, doch vier Punkte vor dem Relegationsplatz sind kein sicheres Ruhekissen. Entsprechend steht der Aufsteiger stärker unter Druck, baut aber auf die gute Leistung beim jüngsten 1:0-Sieg über Waldbrunn.

Gute Nerven sind im Kellerduell des SV Osterburken gegen die SV Viktoria Wertheim gefragt. Die Wertheimer taten sich seit 2002 in Osterburken immer schwer; ihre einzige Partie gewannen sie vor zwölf Jahren. Trotz der zwei Siege in den jüngsten fünf Punktspielen kamen die Wertheimer dem begehrten Relegationsplatz nicht näher, weil auch die Konkurrenten Pluspunkte hamsterten. Diesen Relegationsplatz haben die Römerstädter inne und wollen möglichst noch in den sicheren Hafen ab Platz 13 aufwärts einfahren (siehe Kurzinterview).

Um endgültig für die nächste Landesliga-Saison planen zu können, sollte Türkspor Mosbach die starke 7-5-3- Heimbilanz im Spiel gegen den TSV Oberwittstadt weiter ausbauen. Doch es geht gegen die Mannschaft auf Rang drei, die in der Rückrunde 31 von 39 Punkten holte und mit Platz zwei dieser Tabelle sogar um den Aufstieg spielen könnte, wenn es in der Hinrunde ähnlich gut gelaufen wäre. Und es kommt noch besser, denn 2019 sind die „Wittschter“ mit einer 9-1-1- Bilanz sogar bester Landesligist vor Gommersdorf mit einer 8-2-1-Bilanz. Die Siegesserie von fünf Dreiern in Folge soll auch in Mosbach nicht abreißen.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 10.05.2019