Keine Eintagsfliege

Keine Eintagsfliege

ANDESLIGA ODENWALD EIN PLATZTAUSCH IM ANSONSTEN „FRÖHLICHEN WECHSELSPIEL“ AN DER TABELLENSPITZE IST AN DIESEM WOCHENENDE NICHT ZU ERWARTEN

Führungsduo zieht weiter einsam seine Kreise

Der TSV Höpfingen will gegen den Aufsteiger FC Hundheim-Steinbach unterstreichen, dass der Sieg in Königshofen mehr als nur eine Eintagsfliege war. Ein Dreier auswärts gelang in der ganzen Runde bisher nur beim 1:0-Sieg bei Türkspor Mosbach. Daheim präsentierte sich der TSV mit bisher schon sieben Erfolgen weitaus effektiver. Nach dem 0:3 gegen Oberwittstadt will sich die Mannschaft von Trainer Dirk Züchner aus dem Abstiegskampf fernhalten und kann auf einen 1:0-Hinspielerfolg aufbauen. Für das nötige Selbstvertrauen wäre etwas Zählbares wichtig.


In trauter Zweisamkeit wechseln sich der VfR Gommersdorf und die Spvgg. Neckarelz in der Tabellenführung der Landesliga Odenwald ab; jeweils zwölf Mal durften sie sich nach 24 Spieltagen über den Platz an der Sonne freuen. Aufgrund des komfortablen Vorsprungs von zehn Punkten auf den Tabellendritten TSV Oberwittstadt dürfte sich an diesem Bild bis zum Saisonende kaum noch etwas ändern. Ein Platztausch steht an diesem Wochenende nicht zu erwarten, denn die mit zwei Punkten und dem deutlich besseren Torverhältnis führenden Neckarelzer werden bei den abstiegsgefährdeten Walldürnern nichts anbrennen lassen, so dass die Jagsttäler selbst mit einem weiteren Dreier beim FV Mosbach in Lauerstellung verharren müssen. Nahezu ohne Unterbrechung nimmt der FV Mosbach Rang vier als „Stammplatz“; verkraftbar war auch die jüngste 1:3-Niederlage beim aufstrebenden FC Grünsfeld; schließlich behielt die Hogen-Elf ihren Acht-Punkte-Vorsprung vor dem SV Königshofen, der gegen den auswärts bisher schwachen TSV Höpfingen daheim die Punkte abgeben musste. Punktgleich rückt den Messestädtern der VfR Uissigheim dank des schwer erkämopften 3:2-Heimsiegs gegen den SV Nassig auf die Pelle.

Im einzigen Samstagsspiel fühlt der FV Mosbach dem Tabellenzweiten VfR Gommersdorf auf den Zahn. Gern hätte FV-Trainer Peter Hogen mit einer Siegesserie von sechs Partien in Folge seinen neuen und gleichzeitigen Ex-Klub empfangen, doch machte ihm der FC Grünsfeld einen Strich durch die Rechnung. Ungern wird sich dagegen der VfR an das Hinspiel erinnern, als die Mosbacher mit dem 3:2-Erfolg drei Punkte aus dem Jagsttal mitnahmen; es waren drei Treffer, die nach sieben Erfolgen ohne Gegentreffer besonders schmerzten.

 

Ohne Unterbrechung hält der SV Osterburken seit sechs Spieltagen den Relegationsplatz 14, könnte aber bei einem Erfolg im Heimspiel gegen den FV Reichenbuch mit dem SV Nassig tauschen, wenn sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Gegenwarth mit Neunkirchen die Punkte teilt. Nach der Papierform spricht alles für den stärksten Aufsteiger, der seit acht Spieltagen von Erfolg zu Erfolg eilt und auch das Hinspiel mit 3:1-Toren gewann.

Auf verlorenem Posten scheint die SV Viktoria Wertheim im Heimspiel gegen den TSV Oberwittstadt zu stehen, wenn dem Trainer-Duo Roman Ratter und Anton Ochs nicht noch die Kehrtwende mit einer verunsicherten Mannschaft gelingt. Seit sechs Spieltagen gelang keine Aufbesserung des Punktekontos. Nach einem kurzen Zwischenhoch bis zum zwölften Spieltag liegt die Spielvereinigung jetzt zum dritten Mal in der laufenden Runde auf dem letzten Tabellenplatz, ist aber in „guter Gesellschaft“ mit dem punktgleichen SV Neunkirchen und der nur um einen Zähler besseren Eintracht aus Walldürn.

Ein eminent wichtiges Kellerduell, das die Konkurrenz im Kampf gegen den Abstieg aufmerksam verfolgen wird, ist die Partie des SV Nassig gegen den SV Neunkirchen. Beide Teams leisteten heftige Gegenwehr am Mittwochabend, mussten aber letztlich mit leeren Händen die Heimreise antreten. Die Gäste sorgten mit ihrer knappen 0:1-Niederlage beim Tabellenführer Neckarelz für ein Ausrufezeichen. Der SV Nassig hielt in Uissigheim bis zur 85. Minute ein 2:2-Unentschieden und hätte sogar gewinnen können.

Schon vier Zähler beträgt der Abstand des TSV Tauberbischofsheim zum Relegationsplatz 14; entsprechend lastet im Heimspiel gegen den aufblühenden FC Grünsfeld der Druck auf die Mannschaft von Trainer Mario Fleischer, nach zehn vergeblichen Anläufen wieder einen Dreier einzufahren. Im Hinspiel unterlagen die Kreisstädter in Grünsfeld mit 2:3-Toren. Der 3-1-3-Direktvergleich der letzten Jahre täuscht etwas, denn das Momentum liegt bei den Gästen, die nach fünf Spieltagen auf dem letzten Rang von allen Landesligisten den größten Sprung nach oben schafften.

Für Eintracht Walldürn gilt es, im Heimspiel gegen die Spvgg. Neckarelz hinhaltenden Widerstand zu leisten, der im Hinspiel beim 0:3 in der zweiten Spielhälfte gelang. Denn dem Tabellenführer gelang kein viertes Tor mehr. Dass es für die Gastgeber zu mehr reicht, ist schon deshalb unwahrscheinlich, weil die Spielvereinigung vier Spiele ohne Gegentor blieb.

Seit dem achten Spieltag blieb der FSV Waldbrunn mit dem SV Königshofen tabellarisch in Tuchfühlung. Jetzt hat der FSV die Chance, mit einem Heimsieg die um zwei Zähler besser platzierten Messestädter vom fünften Tabellenplatz zu verdrängen. Mit einer so tollen Leistung wie beim 6:0-Kantersieg im Hinspiel braucht sich die Mannschaft von Trainer Christian Moll aber keine Sorgen machen. Auch der 2-1-6-Direktvergleich spricht für die Gäste. Noch einige Arbeit kommt auf Türkspor Mosbach zu, um sich mit einem Erfolg im Heimspiel gegen den VfR Uissigheim von den Abstiegsplätzen weiter fernzuhalten. Die Gäste halten unverändert die Konzentration hoch, um ihr angestrebtes Saisonziel zu erreichen.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 05.04.2019