Kein Spaziergang für den Favoriten

Kein Spaziergang für den Favoriten

LANDESLIGA ODENWALD SEHR WICHTIGES SPIEL ZWISCHEN DEM SV NEUNKIRCHEN UND DEM TSV TAUBERBISCHOFSHEIM / GOMMERSDORF DARF IN WALDBRUNN „NICHT ABREISSEN LASSEN

SV Osterburken will Hundheim/St. „ranholen“

Die Spvgg. Neckarelz will sich auf dem Weg zur Landesliga-Meisterschaft keinen „Stolperer“ mehr leisten. Jetzt reist der TSV Höpfingen an, der mit zwei Siegen wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden hat. Ob die Formkurve weiter nach oben zeigt, muss sich in der Bewährungsprobe beim Meisterschaftsfavoriten zeigen. Im Hinspiel hatte die Mannschaft von Steven Bundschuh nach dem Ausgleichstor zum 1:1 durch Thomas Heinrich nur kurz Grund zur Freude. Am Ende entführte Neckarelz mit dem 4:1-Sieg verdient drei Punkte. Auch eine weitere Niederlage wäre zu verkraften, weil der Tabellenplatz zehn nicht gefährdet ist. Dennoch wird das Spiel kein Spaziergang für den Favoriten, denn der TSV ist defensiv sehr diszipliniert.

Regelmäßig wechselten sich bisher die Spielvereinigung Neckarelz und der VfR Gommersdorf in der Tabellenführung der Landesliga Odenwald ab. Maximal zwei Punkte trennten den Spitzenreiter vom Verfolger, doch mit Peter Hogen und Jürgen Wöppel sorgten zwei Trainerfüchse mit dem FV Mosbach und dem SV Osterburken dafür, dass der Abstand der Gommersdorfer jetzt um zwei Zähler größer wurde. Rückblickend waren es vier wichtige Punkte, die der VfR in der Endabrechnung schmerzhaft vermissen dürfte. Doch neun Spieltage vor dem Saisonende ist die Meisterschaftsfrage noch nicht entschieden. Für die Spvgg. Neckarelz könnte der wieder erstarkte TSV Höpfingen genauso zum Stolperstein werden wie der TSV Waldbrunn für den VfR Gommersdorf. Zwei eminent wichtige Direktvergleiche stehen im Tabellenkeller beim SV Neunkirchen gegen TSV Tauberbischofsheim und beim FC Hundheim/Steinbach gegen den SV Osterburken an.

Beim FSV Waldbrunn will der VfR Gommersdorf den 2:0-Hinspielsieg bestätigen, trifft aber in Strümpfelbrunn auf eine gefestigte Mannschaft von Trainer Aytac Dogan, die – wie der VfR – vier der vergangenen fünf Partien gewonnen hat. Bei den Gommersdorfern sind bis auf Felix Schmidt wieder alle an Bord. Ob es ihm nach seinem Urlaub noch zum Spiel reicht, wird sich zeigen. Gerade er ist eine wichtige Personalie beim VfR mit seiner Schnelligkeit über den Flügel. Der andere Flügelflitzer Jakob Hespelt hat zwar in Mosbach den Ausgleichstreffer erzielt, doch er ist noch nicht ganz auf dem Niveau wie vor seiner Verletzung, was aber normal ist. Für Dennis Herrmann gilt das Gleiche, denn er ist für die VfR-Defensive mit seiner Kampfkraft sehr wichtig. Seit dem 1:1 vorigen Samstag beim FV Mosbach haben die Gommersdorfer die Entscheidung über den ersten oder zweiten Platz nicht mehr in eigener Hand.

Den dritten Tabellenplatz kann der TSV Oberwittstadt gegen den SV Nassig mit dem achten Heimsieg festigen. Die Gäste warten seit dem Auswärtserfolg beim FC Hundheim/Steinbach seit vier Spieltagen vergeblich auf einen weiteren Punktgewinn. Dadurch fiel die Mannschaft des Trainer-Duos Gegenwarth/Kieslich wieder auf den Relegationsplatz 14 zurück. Im Hinspiel brachten je zwei Treffer von Nicolai Walz und Andreas Rüttenauer den TSV auf die Siegerstraße. Auch im Rückspiel spricht die Formkurve für den achten Heimsieg des Tabellendritten, doch die Gäste können auf ihre gute Auswärtsbilanz bauen. 15 der bisher 23 Punkte holten sie in der Fremde. Im Vorjahr flog der SV allerdings beim TSV in der ersten Runde des BFV-Pokals aus dem Wettbewerb.

Gerne erinnert sich die SV Viktoria Wertheim an das letzte Punktspiel vor einem Jahr, als der FV Mosbach dank eines Treffers von Sandro Hensel mit 1:0 besiegt wurde. In dieser Runde ist die Aufgabe für den Tabellenletzten nicht nur wegen der 0:3-Hinspielniederlage deutlich schwerer. Der bisher einzige Heimsieg gelang im Oktober letzten Jahres gegen Eintracht Walldürn. Dank einer starken zweiten Hälfte egalisierte im letzten Heimspiel gegen Oberwittstadt die Wertheimer Mannschaft noch einen 1:3-Rückstand.

Im Verfolgerduell des VfR Uissigheim gegen den SV Königshofen geht es um eine günstige Ausgangsposition für zwei Tabellennachbarn, die nur ein Punkt trennt. Nachdem die Messestädter viermal in Folge verloren haben, sind die Aussichten des VfR gestiegen, sich für die 1:3-Hinspielniederlage zu revanchieren und die auf Platz sechs rangierenden Gäste zu überholen. Schnell abhaken muss der VfR die 1:5-Niederlage auf dem Kunstrasen von Türkspor Mosbach, gleiches gilt für die Messestädter, die in Strümpfelbrunn einen Punktgewinn verpassten. Ihr sportlicher Leiter Martin Michelbach ist sicher, dass „wir uns in allen Belangen steigern müssen, um wieder in Erfolgsspur zu kommen. Grundvoraussetzung dafür ist die entsprechende Körpersprache.“ Verletzungsbedingt werden Patrick Saul, Aaron Schwenkert und Tobias Hönig fehlen.

Nach dem 2:2 in Tauberbischofsheim baut der FC Grünsfeld auf die guten Spiele der vergangenen Wochen und will daheim gegen Eintracht Walldürn den achten Heimsieg holen (siehe nebenstehendes Interview mit dem Trainer-Duo). Die Gäste brachten die zwei schweren Spiele gegen das Führungsduo der Liga trotz der nach dem Ergebnis jeweils klaren 0:3-Niederlagen achtbar hinter sich. Jetzt gilt es, trotz der langen Verletztenliste, alle Kräfte zu mobilisieren, um möglichst rasch wieder zu punkten. Ein Punktgewinn in Grünsfeld wäre ein Erfolg.

Völlig offen ist der Ausgang des Stadtderbys zwischen dem FV Reichenbuch und Türkspor Mosbach. In den vergangenen drei Jahren in der Kreisliga hatte Reichenbuch in seinen Heimspielen immer das bessere Ende für sich. Der Gastgeber schwimmt seit der 0:2-Niederlage in Neckarelz Anfang November letzten Jahres auf einer Erfolgswelle und verlor seit dem kein Punktspiel mehr.

Ein Sechs-Punkte-Spiel wird das Abstiegsduell zwischen dem SV Neunkirchen und dem TSV Tauberbischofsheim. Noch aus besseren Zeiten stammt der 6:1-Kantersieg der Kreisstädter im Hinspiel zu Beginn der Runde. Nur mit einem „Dreier“ können beide Mannschaften hoffen, die Abstiegsplätze rasch verlassen zu können. Beide Teams punkteten zuletzt. Auftrieb verschaffte Neunkirchen der 3:1-Auswärtserfolg in Nassig, während die Mannschaft von Trainer Mario Fleischer dem FC Grünsfeld mit großem Kampfgeist eine Punkteteilung abrang.

Im Duell der Tabellennachbarn FC Hundheim/Steinbach und dem SV Osterburken hat keine Mannschaft etwas zu verschenken. Nur dank der besseren Tordifferenz liegt der SV noch vor dem Relegationsplatz 14, hat aber noch ein Spiel mehr auszutragen. Der Gastgeber muss schauen, dass ihm kurz vor der Ziellinie nicht der Sprit ausgeht. Den Römerstädtern gelang im torreichen Hinspiel erst in der Nachspielzeit per Elfmeter noch der 4:4-Ausgleich.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 12.04.2019