Die Note 2 bestätigen

Die Note 2 bestätigen

Landesliga Odenwald: Der TSV Höpfingen will sich „im oberen“ Mittelfeld einfinden / Offensiv-Not

Zunächst klingt Steven Bundschuh wenig euphorisch, wenn er über die neue Runde spricht: „Der Kader ist mit 17 Mann klein. Wir müssen verletzungsfrei bleiben.“ Da unter anderem Thomas Heinrich, in der zurückliegenden Saison mit 19 Saisontoren viertbester Schütze der Landesliga Odenwald, „nur noch in Notfällen“ zur Verfügung steht, klafft vor allem in der Offensive ein großes Loch.

„Deshalb sind viele Trainingseinheiten mit Offensivspiel geplant“, blickt Bundschuh voraus. Dabei ist der 32-Jährige nicht nur Trainer, sondern auch so eine Art Mentor, schließlich war er zu seiner aktiven Zeit einer der besten Stürmer in der Landesliga. „Ich rede viel mit den Spielern. Ich möchte etwas vermitteln, indem ich ihnen erkläre, wie ich mich in diversen Situationen verhalten habe.“

Defensive als Stärke

Hauptgesprächspartner ist dabei Angreifer Nummer 1: Julian Hauk. Da, wie schon erwähnt, Thomas Heinrich nicht mehr zur Verfügung steht, müsste zunächst er einmal für die siegbringenden Tore sorgen.

Je länger das Gespräch allerdings dauert, desto mehr weichen die Zweifel aus Steven Bundschuhs Worten. Mehr und mehr verleiht er seinen Aussagen mit Gesten Nachdruck, die Augen werden heller: „Hinten werden wir keine Probleme bekommen“, glaubt der TSV-Coach. In der Defensive vertraut er dem eingespielten 4-4-2-System mit Kapitän Robert Johnson und dem 40-jährigen Routinier Hans-Christian Bartesch als „Festung“ in der Abwehrmitte. Das kluge und disziplinierte Verteidigen galt schon immer als große Stärke der Höpfinger. „Diese Stärke möchte ich noch mehr intensivieren und hervorheben“, sagt er. Beim „Spiel nach hinten“ fordert er die totale Hingabe von seinen Spielern.

Viele Gedanken hat sich Steven Bundschuh seit dem Winter über den Fußball beim TSV Höpfingen gemacht. Beim Spiel nach vorne kam er zu der Erkenntnis: „Alles muss viel schneller gehen.“ Im Tor ist Lukas Stöckel die neue Nummer eins. André Kaiser ist nun Torwarttrainer.

Neben den beiden Innenverteidigern und Angreifer Hauk ist „auf der Sechs“ auch Christoph Hornbach gesetzt. Er ist einer der wenigen verbliebenen erfahrenen Kämpen, die mit dem TSV in der Verbandsliga gespielt haben. Doch diese fetten Jahre, in denen die besten Spieler des Kreises Buchen nach Höpfingen strebten (zum Beispiel Dennis Hutter, Simon Balles oder Rudi Wink), sind vorbei. Das gesteht auch Steven Bundschuh sofort ein. „Man merkt das auch an der Zuschauerresonanz.“ Nach dem Abstieg aus Badens Eliteliga wurde der TSV Höpfingen in der Landesliga Dritter, Fünfter und zuletzt Sechster.

Und was ist in der neuen Saison drin? „Das obere Mittelfeld“, antwortet Steven Bundschuh kämpferisch – völlig ohne Zweifel. Ohne, dass er etwas dazu sagt, merkt man ihm an, dass dies einfach sein Anspruch ist, dem er selbst gerecht werden möchte; und diesen Anspruch will er auch seiner Mannschaft einimpfen.

Dieses Team ist nach dem Start ins Fußballjahr im März durch ein tiefes Tal geschritten. Vier Niederlagen in Serie kassierte der TSV da und sah sich am Rande zur Abstiegszone. „Da haben wir viele Gespräche geführt, und ich habe auch Rat von anderen geholt“, blickt Bundschuh zurück. Dass sich sein Team dann nochmals derart berappelt hat, fand er bemerkenswert, weshalb der Realschullehrer seiner Truppe nachträglich eine „2“ ins Zeugnis schreibt. Wenn er dieses Zensur nach der kommenden Runde wieder vergeben kann, sind beim TSV bestimmt alle glücklich.

© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 07.08.2019