Derbytime - Höpfi - Dürn

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LANDESLIGA ODENWALD AUF DEM WEG ZUR MEISTERSCHAFT HAT DER VFR GOMMERSDORF IM „DERBY“ GEGEN DEN TSV OBERWITTSTADT DIE LETZTE HOHE HÜRDE ZU NEHMEN

Beim SVO sehen die Zuschauer ein „Abstiegsfinale“

Weiterhin offen ist das Rennen in der Landesliga Odenwald in Sachen Auf- und Abstieg. Der Spitzenreiter VfR Gommersdorf rückt der Meisterschaft immer näher; jetzt brauchen die Jagsttäler „nur“ noch einen Heimsieg gegen Oberwittstadt und einen Auswärtserfolg in Wertheim; in der augenblicklichen Verfassung des Teams um das Trainerduo Scheifler/Gärtner ist das eine wohl lösbare Aufgabe. Dann würden Neckarelz zwei Siege in Reichenbuch und daheim gegen Hundheim/Steinbach nichts mehr nutzen.

Abstiegsbedroht sind noch sechs Landesligisten; auf Rang zwölf hat sich Hundheim/Steinbach mit dem 1:0-Heimsieg über Reichenbuch den Klassenerhalt gesichert. Denn auf den Relegationsplatz kann der Aufsteiger selbst bei zwei Siegen von der SV Viktoria Wertheim aufgrund des um 17 Tore besseren Torverhältnisses kaum mehr zurückfallen. Zudem haben die Wertheimer auf dem Papier das mit Abstand schwerste Restprogramm mit der Auswärtspartie in Königshofen und dem Heimspiel gegen Gommersdorf. Die Messestädter werden im Abstiegsgetümmel zum Zünglein an der Waage, weil sie außerdem ihren letzten Auftritt beim SV Nassig haben. Der SV Nassig kann seinerseits nach dem Sieg gegen Osterburken aus eigener Kraft den Klassenerhalt schaffen. Die nachfolgenden Teams benötigen dagegen allesamt Schützenhilfe. Für den Letzten Eintracht Walldürn ist selbst dann mit zwei Siegen maximal noch die Relegation erreichbar.

Zwei Siege in Folge bringen Selbstvertrauen, und so geht die SV Viktoria Wertheim mit breiter Brust in die Auswärtspartie beim SV Königshofen. Eine Aufgabe, die auch der optimistische Co-Trainer Anton Ochs für machbar hält (siehe nebenstehendes Interview). Doch die Messestädter können nach dem hohen 5:2-Erfolg über den TSV Oberwittstadt die Begegnung ohne Druck angehen. Ihr Sportlicher Leiter Martin Michelbach befand allerdings, dass der Sieg zu hoch ausgefallen sei. „Für die Wertheimer geht es ums Überleben. Die werden uns alles abverlangen.“ Beim SV sind Manuel Arias und Patrick Saul angeschlagen.

Alle Kräfte wird der VfR Gommersdorf für „das Derby“ gegen den TSV Oberwittstadt mobilisieren, um die Tabellenführung mit dem „Dreier“ zu verteidigen. Der dritte Tabellenplatz ist den Gästen nicht mehr zu nehmen; die jüngste Niederlage in Königshofen darf den VfR aber nicht in Sicherheit wiegen. Denn es wäre fatal, wenn nach den jeweils fünf „Buden“, die der TSV in den letzten zwei Partien kassierte, eine weitere Pleite folgt. So viele Gegentore gab es für die „Wittschter“ in der ganzen Runde bisher in keinem Punktspiel. So wird es für die Mannen von TSV-Trainer Dominik Lang auch eine Frage der Ehre, sich wie im Hinspiel, das torlos endete, so teuer wie möglich zu verkaufen. „Dass ich für dieses wichtige Spiel auch fit bin, wird ein Wettlauf mit der Zeit“, sagte VfR-Spielertrainer Markus Gärtner am Anfang der Woche. Ihn plagen Muskelprobleme im Oberschenkel, wie schon beim 4:2-Auswärtssieg des VfR beim SV Neunkirchen. Da fehlte auch Sturmpartner Max Schmidt, der mit seinen 22 Treffern immer noch die Torschützenliste anführt. Auch ohne diese zwei wichtigen Offensivkräften hinterließen die Gommersdorfer vor allem in der ersten Spielhälfte beim SV Neunkirchen großen Eindruck. Ganz so euphorisch sah den Auftritt der Gommersdorfer VfR-Spielertrainer Tobias Scheifler die Partie nicht: „Die erste Hälfte war überragend, die zweite aber einfach nicht gut. Das ist aber nur passiert, weil wir nach der 4:0-Führung nicht mehr richtig konzentriert zu Werke gegangen sind“.

Die lange Saison fordert ihren Tribut: Dem FSV Waldbrunn scheint nach vier Ligaspielen ohne Sieg vor dem Heimspiel gegen den SV Neunkirchen die Puste auszugehen. Immerhin ist noch ein einstelliger Tabellenplatz drin. Für die Gäste steht dagegen viel mehr auf dem Spiel. Achtbar schlug sich die Mannschaft von Trainer Antonio Iannello zuletzt bei der 2:4-Heimniederlage gegen den Favoriten Gommersdorf. Jetzt muss in Waldbrunn unbedingt ein Sieg her, um die Abstiegsplätze noch verlassen zu können.

Wie im Hinspiel ist die Begegnung des VfR Uissigheim gegen den FC Grünsfeld ein Direktvergleich der Tabellennachbarn. Im Hinspiel besiegte Grünsfeld den VfR dank eines Treffers von Torjäger Lukas Albert und schob sich vom zehnten Platz am Tabellenneunten Uissigheim vorbei. Beide Teams sind inzwischen auf den komfortablen Rängen sechs und sieben. Bei einem Heimsieg hätte eine Serie gehalten, denn im Direktvergleich der vergangenen Jahre gelang keiner Mannschaft ein Auswärtssieg.

Der FV Reichenbuch bist ein gutes Beispiel dafür, dass es eminent schwer ist, die Spannung noch hochzuhalten, wenn der Klassenerhalt als großes Ziel geschafft ist. Der Aufsteiger steht nach drei Niederlagen in Folge im Heimspiel gegen die Spvgg. Neckarelz vor einer ganz hohen Hürde. Die Neckarelzer wollen mit zwei Siegen ihre letzte Chance nutzen, doch noch Meister zu werden, sollte der Konkurrent Gommersdorf noch stolpern.

Mehr als der vierte Tabellenplatz ist für den FV Mosbach nicht mehr drin. Deshalb ist der Ausgang des Spiels beim FC Hundheim/Steinbach ohne Bedeutung, weil auch der Gastgeber den Klassenerhalt so gut wie sicher geschafft hat. In Mosbach zog der FC mit 1:4 den Kürzeren und hat in bisher fünf Direktvergleichen noch nie gegen den FV gewonnen.

Nicht ohne Brisanz ist das Derby des TSV Höpfingen gegen Eintracht Walldürn, denn der Tabellenletzte hat sich noch nicht aufgegeben und will – wie beim 2:1-Hinspielsieg – mit Kampfkraft und mutigen Angriffen einen weiteren „Dreier“ verdienen. Nicht vergessen hat man in Höpfingen, dass dem TSV einst ein fest vereinbartes Relegationsspiel der Walldürner wegen der Intervention der Eintracht im letzten Moment durch die Lappen ging. Der Ausgang der Partie wird wesentlich davon abhängen, wie sehr dem Team von Trainer Steven Bundschuh daran gelegen ist, sich vom heimischen Publikum nach einer wechselhaften Runde mit einer überzeugenden Leistung zu verabschieden.

Zwei abstiegsgefährdeten Mannschaften, denen das Wasser bis zum Hals steht, treffen in der Begegnung des SV Osterburken gegen den TSV Tauberbischofsheim aufeinander. Seit dem 28. Spieltag geht es für beide Tams abwärts, wobei den Römerstädtern nur ein Punkt hinter dem Relegationsplatz liegt, während die Kreisstädter schon einen Auswärtssieg brauchen, um den Drei-Punkte-Abstand aufzuholen. Von mehr zu träumen, wäre angesichts der Formkurve der jüngsten Wochen gewagt. Da sehr viel auf dem Spiel steht, ist nicht ausgeschlossen, dass diese Partie mit verstärkter Defensivarbeit auf beiden Seiten wie beim 0:0 im Hinspiel zu einem reinen Geduldsspiel wird. Ein Heimsieg könnte nachträglich Jürgen Wöppel bestätigen, der mit seinem Rücktritt den Weg für neue Impulse für den SVO freigemacht hat.

Bei Türkspor Mosbach folgte zuletzt auf einen Sieg immer eine Niederlage; nach diesem Rhythmus wäre im Heimspiel gegen den SV Nassig wieder ein Sieg fällig. Mit einem Auswärtssieg in Mosbach könnte der SVN aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Wertheim den Klassenerhalt feiern.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 24.05.2019