Auf der Hut

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LANDESLIGA ODENWALD DERBY IM ELZSTADION / HÖPFINGEN IST BEIM WIEDERERSTARKTEN SV NEUNKIRCHEN GEFORDERT / AUFEINANDERTREFFEN ZWEIER EX-VERBANDSLIGISTEN GEGEN ABSTIEG

Ganz heißes Duell bei der SV Viktoria Wertheim

Mit gestärktem Selbstbewusstsein geht der SV Neunkirchen im Abstiegskampf ins Spiel mit dem TSV Höpfingen, das sich zuletzt dem FC Grünsfeld geschlagen geben musste. Der Gastgeber ist nur noch drei Punkte vom rettenden Ufer entfernt und wartet in seinen jüngsten fünf Punktspielen sogar mit einer besseren Ausbeute auf als die Höpfinger . Auch wenn Neunkirchen in den vorigen vier Jahren im Direktvergleich chancenlos blieb; ein solches Debakel wie beim 0:8 in der Hinrunde soll es nicht mehr geben.

Die Spvgg. Neckarelz und der VfR Gommersdorf marschieren unbeirrt an der Tabellenspitze der Fußball-Landesliga Odenwald in Richtung Meisterschaft oder Relegation. Auch wenn rechnerisch in sieben Punktspielen noch 21 Punkte für den Tabellendritten TSV Oberwittstadt möglich sind – die Ravensteiner werden nicht mehr herankommen. Dagegen ist in der zweiten Tabellenhälfte für mächtig Spannung gesorgt, weil selbst der elfte Platz, den Türkspor Mosbach mit 34 Punkten belegt, noch längst kein sanftes Ruhekissen ist. Die jüngsten Siege in den beiden Kellerduellen haben Wertheim und Neunkirchen bis auf vier und zwei Zähler an den Relegationsplatz 14 herangebracht.

Nur drei Punkte trennen die SV Viktoria Wertheim vom TSV Tauberbischofsheim, die sich beide im Sechs-Punkte-Spiel am Sonntag wieder etwas Luft verschaffen wollen. Die Wertheimer möchten den Schwung des 1:0-Erfolgs im Derby über Nassig mitnehmen, auch wenn das spielerische Niveau steigerungsfähig sein sollte. Positive Eindrücke können auch die Kreisstädter aus ihrem letzten Auftritt mitnehmen, auch wenn mit dem 0:3 daheim gegen Oberwittstadt nichts Zählbares heraussprang. Im Hinspiel heimsten die Wertheimer mit dem 2:0-Auswärtssieg die volle Punktzahl ein.

Seit vier Pflichtspielen ungeschlagen ist der TSV Oberwittstadt, der scheinbar gegen Eintracht Walldürn vor einer leichten Aufgabe steht. Die bittere 0:1-Niederlage gegen Neunkirchen wird bei den Eintracht-Mannen von Trainer Michael Hackenberg die Zuversicht auf den Klassenerhalt weiter gesenkt haben. Ärgerlich war dabei die fehlende Chancenverwertung. Übermächtig treten die „Wittschter“ daheim nicht immer auf. Fünf der 13 Heimpartien wurden nicht gewonnen. Doch auf die TSV-Defensive ist Verlass; ein ausschlaggebender Faktor bei der Auswärtsschwäche der Walldürner, die als einziger Landesligist in der Fremde noch ohne Dreier sind. Zumindest ein Achtungserfolg war das 0:0 im Hinspiel. Ohne eigenen Treffer blieb die TSV Mannschaft von Trainer Dominik Lang auswärts dann nur noch in Neckarelz.

Der bei Türkspor Mosbach zuletzt geholte Punkt könnte in der Endabrechnung für den Aufsteiger FC Hundheim/Steinbach Gold Wert sein; doch langsam müsste auch wieder ein Sieg her, denn der FC ist seit sechs Spieltagen ohne „Dreier“. Ausgerechnet nach dem 6:0-Kantersieg in Wertheim riss der Faden. Auch der anreisende SV Königshofen ist auf einer Durststrecke, was auch die jüngste Niederlage gegen den FV Reichenbuch bestätigte. Ihr sportlicher Leiter Martin Michelbach brachte diesen Auftritt auf den Punkt: „Es lief wenig zusammen. Wir werden uns gewaltig steigern müssen, und das in allen Belangen, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen.“ Das Hinspiel gewannen die Messestädter mit 2:0.

Beim FV Reichenbuch will der VfR Gommersdorf seine Erfolgsserie fortsetzen. Die Reichenbucher verloren nur eines der jüngsten fünf Spiele, erinnern sich aber ungern an ihre bisher höchste Saisonniederlage. Im Hinspiel ließ der VfR dem FC keine Chance und zeigte sich beim 7:1-Kanersieg extrem torfreudig. Das Besondere dabei: Neben einem Eigentor waren insgesamt sechs Gommersdorfer Torschützen beteiligt. Diesmal will sich der Gastgeber nicht mehr so überraschen lassen. Gleich mehrere Möglichkeiten zur Resultatsverbesserung ließen die Gommersdorfer am Ostermontag beim 2:0-Sieg über Uissigheim in Folge liegen. „Das war eher Kopfsache“, findet Gärtner. Dieses Manko darf jetzt in Reichenbuch nicht passieren, denn dort sollten die Gommersdorfer von Beginn an hellwach und konzentriert sein. Fehlen wird dem VfR Spielführer Fabian Geissler, der sich eine Innenbandzerrung am Knie zugezogen hat. „Wir wollen den Abstand von zwei Punkten auf Neckarelz halten, bis es zum direkten Duell in einer Woche in Neckarelz kommt“, hat Gärtner das absolute Spitzenspiel schon im Hinterkopf.

 

Dass der SV Nassig derzeit in einer kritischen Lage ist und jeden Punkt dringend braucht, wird den FV Mosbach nicht beindrucken. Im Gegenteil: Die Mannen von Peter Hogen sind richtig gut in Schwung gekommen und gewannen nach dem 1:1 gegen Gommersdorf die folgenden beiden Partien sehr deutlich. Auch das 3:0 im Hinspiel unterstreicht die Favoritenrolle der Mosbacher. Der Gastgeber hielt trotz seiner Niederlagenserie den Relegationsplatz. Jetzt ist die Konkurrenz auf den Abstiegsplätzen ganz nah dran.

Unbeirrt von der nicht unerwarteten Niederlage in Gommersdorf setzt der VfR Uissigheim im Heimspiel gegen den FSV Waldbrunn wieder auf einen Dreier. Schließlich bringt die Mannschaft von Trainer Andreas Walz schon aus dem Hinspiel einen 2:1-Auswärtssieg mit, den Christian Gros mit einem späten Tor besorgte. Auch nach der 4-2-2- Direktbilanz beider Teams stehen die Zeichen eher auf einen VfR-Erfolg. Befreit von allen Abstiegssorgen könnte sich ein offener Schlagabtausch entwickeln.

Im Stadtderby der Spvgg. Neckarelz und Türkspor Mosbach hoffen beide Teams auf eine Fortsetzung ihrer Erfolgsserie, die mit einer Punkteteilung nicht abreißen würde. Der 4:0-Hinspielerfolg weist der Spielvereinigung deutlich die Rolle des Favoriten zu. Seit dem 1:3 daheim gegen Gommersdorf im März verlor Türkspor keine Partie mehr, der Tabellenführer unterlag Ende Oktober letztmals, als ebenfalls die Jagsttäler mit 3:0 die Oberhand behielten. Türkspor gewann letztmals vor 13 Jahren gegen Neckarelz.

Mit mentaler Stärke imponierte der FC Grünsfeld beim Auswärtssieg in Höpfingen. Eine effektive Chancenverwertung bescherte den 3:1-Erfolg. Jetzt reist der SV Osterburken an, der seinen Vier-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz behalten will. Die Römerstädter können auf die torlose zweite Spielhälfte zuletzt gegen Neckarelz, in der sie dem Tabellenführer Paroli boten, aufbauen und werden es den FC-Angreifern nicht leicht machen. Die 4-1-4-Direktbilanz ist ausgeglichen.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 26.04.2019