Optimistisch gegen Lauda

Optimistisch gegen Lauda

LANDESLIGA ODENWALD „HEIMLICHES SPITZENSPIEL“ IN REICHENBUCH, „RICHTIGES SPITZENSPIEL“ IN KÖNIGSHOFEN


Keinen einzigen Auswärtssieg gab es am zwölften Spieltag in der Landesliga Odenwald. Immer besser kommt Aufsteiger FV Elztal in die Gänge und belohnte sich nach fünf vergeblichen Anläufen in Grünsfeld mit dem ersten Auswärtserfolg. Von höhergesteckten Ambitionen muss sich derzeit auch der FV Mosbach nach der 1:2-Niederlage in Reichenbuch verabschieden.

Gleich dreimal gab es in der vorigen Spielrunde und im Pokal ein Kräftemessen zwischen dem FV Reichenbuch und dem SV Nassig. Vor drei Monaten war beim 5:4-Erfolg in Reichenbuch ein Torfestival zu erleben, das der FV im Elfmeterschießen für sich entschied und Nassig damit in der dritte Runde aus dem BFV-Pokal kegelte. Auch im Punktspiel reichte es in Nassig zum 2:0-Auswärtserfolg. Dagegen hatte der SV Nassig mit 3:1 in Reichenbuch die Nase vorn. Auftrieb sollte dem SV Nassig auch geben, dass zuletzt Moritz Stobbies mit dem Tor zum 1:1 die drohende Heimniederlage gegen Höpfingen abwendete. Schaut man nur auf die letzten Wochen, könnte man von einer „heimlichen Spitzenbegegnung“ sprechen, denn der FV ist seit fünf und der SV seit vier Wochen ohne Niederlage.

„Schnee von gestern“ ist die letzte Begegnung des TSV Assamstadt gegen den FV Mosbach aus dem Jahr 2006, als die Gäste keine Probleme beim 3:0-Auswärtssieg hatten. In diesem Jahr dürfte Aufsteiger Assamstadt wesentlich stärker auftreten, obwohl die Mosbacher Gäste auswärts schon zweimal gewonnen haben. Der TSV setzt sich daheim noch stärker in Szene und feierte schon vier Heimsiege. Nach der glatten 0:3-Niederlage in Oberwittstadt will sich der TSV jetzt gegen die zuletzt nicht überzeugenden Gäste aus Mosbach schadlos halten.

Nach dem Pokalspiel wartet wieder der Liga-Alltag auf den FV Lauda, der beim TSV Höpfingen seine Tabellenführung weiter ausbauen will. Vor zwei Jahren gab es das letzte Punktspiel in Höpfingen, das die Gäste mit 3:1 für sich entschieden. Ob der Gastgeber davon profitieren kann, dass der Fokus der Baumann-Truppe in dieser Woche auf das Pokalspiel in Neuenheim gerichtet war, muss sich zeigen. In konditioneller Hinsicht dürfte der Akku wieder gefüllt sein. In Nassig hätte es für den TSV fast wieder für einen Dreier gereicht. Höpfingens Coach Steven Bundschuh ist trotz der Schwere der Aufgabe gegen den in der Runde noch unbesiegten Tabellenführer optimistisch.

Kann der TSV Rosenberg den Lauf von Türkspor Mosbach stoppen? Trotz heftiger Gegenwehr schickten die Mosbacher am letzten Wochenende den VfR Uissigheim ohne Punkt nach Hause. In Rosenberg wird es nicht so einfach mit einem Offensivspektakel. Spielerisch können die Rosenberger mithalten, doch muss an diesem Tag einfach alles passen, um einen weiteren Heimsieg einzufahren. Ohne den gesperrten Sandro Lutz wird die Aufgabe für die Gastgeber nicht leichter.

Nicht wie erhofft entwickelt sich der Saisonverlauf für den VfR Uissigheim und den FC Grünsfeld, die jetzt beide im direkten Kräftemessen dringend auf einen Sieg angewiesen sind. Es geht nicht nur um drei Zähler, sondern auch darum, wieder mit breiterer Brust in die restlichen Spieltage bis zur Winterpause gehen zu können. Noch immer ist das Tabellenfeld so eng beisammen, dass noch längst keine Vorentscheidungen gefallen sind. Der VfR dürfte die Chance wittern, gegen einen zuletzt nicht überzeugenden Gast für die beiden Niederlagen im Vorjahr erfolgreich Revanche zu nehmen.

An Boden verloren hat im Verfolgerfeld der FSV Waldbrunn, der sich im Heimspiel gegen den SV Neunkirchen keine weiteren Punktverluste leisten kann, wenn er nicht den Anschluss an die führenden Teams verlieren will. Die letzten Niederlagen könnten ein Indiz dafür sein, dass man die Erwartungen an das FSV-Team nicht zu hoch hängen sollte. Nach einer langen Niederlagenserie fühlte sich das 2:2 des SV gegen Königshofen fast schon wie ein Sieg an. Mit neuem Mut geht es also in diese Begegnung.

Ein völlig offenes Spiel verspricht die Begegnung des SV Königshofen gegen den TSV Oberwittstadt zu werden. Die Gäste schwimmen derzeit auf einer Erfolgswelle und haben sich als hartnäckigster Verfolger des souveränen Tabellenführers Lauda herauskristallisiert. Der Gastgeber musste zuletzt Federn lassen und kam zuletzt in Neunkirchen nicht über ein Remis hinaus, das Martin Michelbach sogar als glücklich bezeichnete. Dennoch dürfen sich die Gäste nicht in Sicherheit wiegen, weil die Messestädter daheim immer in der Lage sind, das Ruder herumzureißen und dem TSV eine – nach der augenblicklichen Formkurve allerdings wenig wahrscheinliche – Schlappe zu bereiten. Zudem gewannen die „Wittschter“ im Vorjahr 2:0 in Königshofen. Martin Michelbach sieht es so: „Wir werden vor allem in der Defensive kompakt stehen müssen, um gegen den Aufstiegskandidaten zu punkten. Der zuletzt fehlende Enrico Rathmann steht wieder zur Verfügung.“

Nach ihren zuletzt überraschenden Liga-Erfolgen treffen in der Partie des FV Elztal gegen den FC Hundheim-Steinbach zwei optimistisch gestimmte Landesligisten aufeinander, die auf eine weitere Verbesserung ihrer sportlichen Bilanz hoffen. Das Team von Trainer Rolf Lang gab den vorletzten Platz ab, zog am FC Grünsfeld vorbei und setzte sich auch vom Tabellenschlusslicht Uissigheim ab. Ein weiterer Dreier wäre für beide viel wert.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 08.11.2019