Es läuft „so lala“

Es läuft „so lala“

LANDESLIGA ODENWALD KÖNIGSHOFEN WILL NASSIG BEZWINGEN, UM ALS SPITZENREITER ZUM STADTDERBY ZU REISEN / UISSIGHEIM „GIERT“ NACH ERSTEM HEIMSIEG

Aufsteiger möchte Absteiger ein Bein stellen

Der jüngste Spieltag der Landesliga Odenwald sorgte für ein völlig verändertes Tabellenbild: Nur der TSV Assamstadt behielt seinen sechsten Rang. Erstmals führen mit dem SV Königshofen und dem Tabellenzweiten FV Lauda zwei Teams aus einer Stadt die Landesliga an. Türkspor Mosbach büßte die Tabellenführung mit einer unerwarteten 3:4-Heimniederlage gegen den SV Neunkirchen ein, wobei der Gastgeber mit zwei Platzverweisen in der 56. und 66. Minute empfindlich geschwächt wurde. Den größten Sprung nach oben machte der FC Hundheim-Steinbach vom vorletzten Platz auf Rang elf.

Noch nicht so richtig auf Touren gekommen ist der VfR Uissigheim, der zu dem Quartett gehört, das noch auf den ersten Erfolg auf heimischem Gelände wartet. Jetzt stellt sich mit dem TSV Rosenberg eine Mannschaft vor, die nach dem Aufstieg auf dem besten Wege ist, sich im Mittelfeld der Liga zu etablieren. Beim VfR scheint dagegen der Faden gerissen, denn das 0:2 gegen den FV Mosbach war die vierte Niederlage in Folge. Der TSV Rosenberg hatte nach vier vergeblichen Anläufen vor einer Woche mal wieder ein Erfolgserlebnis. Was der 2:0-Heimsieg über den FV Elztal wert war, muss sich in Uissigheim zeigen. Vor drei Jahren mussten sich die Mannen in Uissigheim mit 1:3 geschlagen geben.

Ebenfalls am Samstag fühlt der TSV Assamstadt dem Verbandsliga-Absteiger FV Lauda auf den Zahn. Die 0:1-Niederlage in der dritten Minute der Nachspielzeit in Nassig durch einen Foulelfmeter war bitter, zumal der TSV seit der 55. Minute in Unterzahl spielte. Vor zwei Jahren unterlag Assamstadt in der zweiten Pokalrunde dem FV Lauda mit 1:4. Die Begegnung führt mit Max Münch und Goran Jurjevic zwei der vier besten Torjäger zusammen, von denen jeder das Spiel entscheiden kann. In Nassig wurde Max Münch schmerzlich vermisst. Trainer Horst Beck muss neben Münch noch auf weitere Akteure verzichten; „Bei dem einen oder anderen Verletzten wird sich erst beim Abschlusstraining am Donnerstag entscheiden, ob er einsatzfähig ist. Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass ich eine schlagkräftige Mannschaft stellen kann, um dem Favoriten aus Lauda Paroli bieten zu können.“

Der FV Mosbach ist seit drei Spieltagen ungeschlagen und will seine aufstrebende Form im Heimspiel gegen den FC Hundheim-Steinbach unterstreichen. Die Gäste haben bisher in der Landesliga gegen die Mosbacher Mannen noch nicht gewonnen. Auch die beiden Partien in der vorigen Saison gingen an den FV, der den FC daheim sogar mit 4:1 schlug. Mit einer bisher guten 1-1-1-Auswärtsbilanz brauchen sich die Gäste nicht zu verstecken.

Erst nachdem sich Spielertrainer Rolf Lang in der 61. Minute auswechseln ließ, geriet der FV Elztal in Rosenberg auf die Verliererstraße. Im Heimspiel gegen den TSV Höpfingen unternimmt der Aufsteiger den nächsten Anlauf, um den zweiten Heimsieg zu holen. Spielertrainer Rolf Lang wirft mit seiner engagierten Truppe noch längst nicht die Flinte ins Korn. Für die Mannschaft um Trainer Steven Bundschuh geht es um den zweiten Auswärtserfolg im vierten Spiel. Insgesamt läuft es „so lala“ für den TSV – wie vom Trainer vor der Saison prognostiziert.

Die Serie von vier Siegen in Folge riss zwar in Höpfingen, doch mit dem 1:1-Unentschieden konnte der FSV Waldbrunn gut leben und geht jetzt zuversichtlich in das Heimspiel gegen den FV Reichenbuch. Spektakulär verlief am Ende der vorigen Saison das 5:5-Unentschieden, weil beide Teams mit offenem Visier den Sieg wollten. Am Sonntag ist der FSV klarer Favorit, weil die Gäste seit vier Spieltagen vergeblich versuchen, die Niederlagenserie abreißen zu lassen. Angeschlagene Gegner sollte man aber nicht unterschätzen.

Mit dem SV Neunkirchen und dem FC Grünsfeld treffen zwei Teams aufeinander, denen es zuletzt an Konstanz fehlte. Für den SV gilt dies zumindest für die Heimspiele, während die Mannschaft von Trainer Florian Müller auswärts bärenstarke Auftritte hinlegte und noch kein Spiel verlor. So brachten sie auch Tabellenführer Türkspor Mosbach ins Stolpern. Nach dem Sieg über Reichenbuch soll daheim gegen Grünsfeld der zweite Heimsieg geholt werden. Nach einem hoffnungsvollen Start folgte bei den Gästen die Ernüchterung, denn aus fünf Partien wurden nur zwei Punkte geholt; zu wenig, um in dieser relativ ausgeglichenen Liga bestehen zu können. Dennoch ist der FC nicht chancenlos, wenn sich der SVN weiterhin daheim das Leben schwermacht.

So schnell kann es gehen: Vor dem sechsten Spieltag wäre die jetzt anstehende Partie des TSV Oberwittstadt gegen Türkspor Mosbach das Spitzenspiel zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten gewesen; jetzt ist es ein Kräftemessen des Fünften gegen den Dritten. Die knappe Niederlage in Lauda haben die „Wittschter“ längst abgehakt. Der kommende Gegner Türkspor hat auswärts noch nicht verloren und auch die 8:4-Tordifferenz nach drei Spielen kann sich sehen lassen. Im Vorjahr holten Dirk Essig und Nicolai Walz einen Zwei-Tore-Vorsprung bis zur Pause heraus, der auch Bestand hatte. Die Gäste waren in der Offensive zu harmlos. Dies hat sich in dieser Saison geändert, doch beim TSV ist ohne eine disziplinierte Leistung kein Blumentopf zu gewinnen.

Der SV Königshofen schwimmt auf einer Erfolgswelle, die zuletzt von einer großen Zuschauerkulisse bei den beiden Messespielen begleitet wurde. Da kommt dem Tabellenführer ein drittes Heimspiel in Folge, dieses Mal gegen den SV Nassig, nicht ungelegen. Im November 2018 gewannen die Messestädter mit 2:0. Trotz des jüngsten 4:1-Erfolges war Martin Michelbach voll des Lobes: „Reichenbach war bisher der stärkste Gegner, der sich in Königshofen vorstellte. Vor allem kämpferisch musste man alles raushauen, um Reichenbuch in die Knie zu zwingen. Nach wie vor fehlen Manuel Arias und Patrick Saul, wobei erst genannter am vergangenen Samstag sein Comeback erfolgreich in der zweiten Mannschaft feierte. Ein dickes Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Ali Karsli, der gegen Reichenbuch verletzt runter musste.“ Der Gastgeber rechnet erneut mit einem defensiv eingestellten Gegner: „Wir müssen hinten wieder stabil stehen und vorne die nötige Geduld aufbringen, dann ist sicherlich der nächsten Heim-Dreier möglich.“ Gelingt das Vorhaben, fährt der SV eine Woche später als Spitzenreiter zum FV Lauda ins Tauberstadion.

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 27.09.2019