Das Fußballwochenende - kompakt

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LANDESLIGA ODENWALD VERMEINTLICHE SPITZENTEAMS TUN SICH IN DIESER SAISON BISHER SCHWERER ALS IN DEN VERGANGENEN JAHREN / NUR FV MOSBACH HAT NOCH EINE „WEISSE WESTE

TSV Rosenberg muss eine ganz harte Nuss knacken

Am vierten Spieltag der Landesliga Odenwald hat sich gezeigt, dass es die vermeintlichen Favoriten nicht so leicht haben werden wie in manchen Jahren zuvor. Drei der bis dahin acht noch ungeschlagenen Landesligisten verloren am vergangenen Sonntag ihre jeweilige Partie. Der FV Lauda kassierte seine zweite Saisonniederlage und rutschte gar auf Platz zehn ab. Ganz ohne Punktverlust ist nur noch der FV Mosbach, dessen viertes Pflichtspiel bei BW Schloßau allerdings ausfiel.

Ob der Spielausfall den FV Mosbach aus dem Spielrhythmus gebracht hat, muss das Heimspiel gegen den TSV Rosenberg zeigen. Die Krümpelbeck-Truppe erwartet hier ein schwerer Brocken, denn die Gäste eroberten mit dem knappen 4:3-Erfolg über den FV Reichenbuch die Tabellenspitze, die sich auch in Mosbach verteidigen wollen. Der Gastgeber überzeugte bisher durch ein laufintensives, teamorientiertes Spiel gegen den Ball, doch auch die Rosenberger haben das Potenzial für weitere Höhenflüge. Im Oktober letzten Jahres war der TSV beim 5:2-Heimsieg klar überlegen. Doch diesmal muss die Tagesform zeigen, wer die besseren Trümpfe zu ziehen vermag. Im Angriff ist der TSV schwerer auszurechnen, weil sich die bisher erzielten zehn Treffer auf sieben Torschützen verteilen.

In vier Spielen hamsterte der FV Elztal satte sieben Zähler; nur zwei weniger als Türkspor Mosbach. Im Derby beider Teams kann es ähnlich knapp werden wie vor einem Jahr, als man sich mit einem 1:1 die Punkte teilte. Die Spielanlage von Türkspor wird Elztal ausreichend studiert haben und der spielerischen Überlegenheit ein schnelles Umschaltspiel entgegensetzen müssen, um selbst genügend Torchancen zu bekommen.

Zum FV Lauda ins Tauberstadion reist der überraschend noch sieglose FSV Waldbrunn an. Kein Landesligist kassierte weniger als drei Gegentore, doch in drei Punktspielen traf nur Stefan Losing am ersten Spieltag einmal für den FSV ins Schwarze. Die Offensivkraft des FSV hält sich in Grenzen, doch sicher fühlen wird sich der FV Lauda auf keinen Fall, weil die Defensivabteilung bisher in keiner Partie ohne Gegentor geblieben ist. Auch wenn Jonas Neckarmann dieses Mal nicht dabei ist, sollten Kevin und Rouven Schmidt sowie Mustapha Sanyang vor dem eigenen Tor nicht viel anbrennen lassen.

In der ersten Runde des Pokalwettbewerbs musste sich der SV Wagenschwend beim TSV Assamstadt mit 1:3-Toren geschlagen geben, obwohl der SV noch bis zur 68. Minute durch den Treffer von Fabian Schmitt geführt hatte. Der Aufsteiger verbuchte bisher nur einen Zähler, der vor einer Woche beim 2:2-Unentschieden in Nassig geholt wurde. Die Assamstädter machten es noch besser und gewannen daheim gegen Nassig mit 3:2-Toren. Jetzt hofft der Gastgeber auf sein erstes Erfolgserlebnis, nicht zuletzt dank des besten Torschützen Max Münch, dem ein lupenreiner Hattrick gelang.

Sechs Gegentore kassierte der SV Neunkirchen in drei Partien, doch dann wurde die Mannschaft von Trainer Florian Müller bei Türkspor Mosbach mit 2:6-Toren etwas unter Wert geschlagen. Gegen den jetzt anreisenden SV Königshofen ist volle Konzentration gefragt, um nicht erneut gegen diszipliniert auftretende Messestädter wieder unter die Räder zu kommen. In der 1-2-4-Direktbilanz liegen die Gäste vorne, doch in den beiden letzten Begegnungen reichte es nur zu einem Unentschieden. Dieses Ergebnis stand auch bisher nach 90 Minuten nach jedem Spiel der Messestädter auf der Anzeigetafel. „Zwar wieder nur ein Zähler, allerdings besser als nichts“, meinte der Sportliche Leiter Martin Michelbach und erwartet in Neunkirchen eine komplizierte Aufgabe.

Beim TSV Oberwittstadt hofft der FC Hundheim/Steinbach auf weiteren Aufwind, nachdem der FV Lauda in einem spannenden Spiel geschlagen wurde und gleich um fünf Tabellenplätze nach oben auf Rang neun kletterte. Womit sich die Gäste besser nicht vor dem Spiel beschäftigen sollten, ist der Direktvergleich beider Landesligisten. Denn die „Wittschter“ machten nicht viel Federlesens mit dem FC und gewannen in den letzten zwei Jahren vier Mal mit einem 17:2-Torverhältnis. Erst Anfang August ging Hundheim/Steinbach in der 1. Pokalrunde beim TSV mit 0:5-Toren unter. Trainer Dirk Züchner wird seine Mannschaft entsprechend einstellen müssen. In der Spielrunde mit kann der FC mit sechs Gegentreffern in vier Spielen mit dem TSV mithalten.

Zwei Sieger des letzten Wochenendes, die beide mit 2:0-Toren drei Zähler aufs Konto brachten, treffen in der Partie des TSV Höpfingen gegen den FC Grünsfeld aufeinander. Die Duelle beider Landesligisten waren immer heiß umkämpft. Dass eine Mannschaft den Ball laufen lässt und die andere hinterherläuft, hat es so gut wie nie gegeben und in ganzen 17 Spielen seit 2005 teilte man sich nur einmal die Punkte. Zuletzt im November 2019 zeigte sich der FC Grünsfeld überlegen und gewann in Höpfingen recht klar mit 5:2-Toren.

Beim Auswärtsspiel beim SV Nassig muss sich zeigen, ob BW Schloßau durch die Spielabsage am vierten Spieltag die Zeit und Kraft gefunden hat, die vorherige glatte 0:4-Niederlage in Reichenbuch innerlich abzuhaken. Denn schon jetzt kommt dem Auftritt beim SV Nassig eine wegweisende Bedeutung zu. Beide Teams sind noch sieglos und suchen den Anschluss ans Mittelfeld. Der SV Nassig überzeugte durch mannschaftliche Geschlossenheit, doch mehr als ein Remis gegen Aufsteiger Wagenschwend sprang bisher nicht heraus.

Eine verhältnismäßig weite Anreise zum FV Reichenbuch hat die SV Viktoria Wertheim vor sich. Beschwerlich könnte auch der Weg der Wertheimer werden, bis sich wieder der erhoffte sportliche Erfolg einstellt. Als einziger Landesligist ohne einen Punktgewinn tritt man nicht mit breiter Brust beim Tabellendritten an, dessen Siegeserie vor einer Woche erst der TSV Rosenberg stoppen konnte. Die Achillesferse der Gäste ist die Defensive, die nach gutem Start oft die nötige Konzentration über 90 Minuten vermissen ließ. In der letzten gemeinsamen Landesliga-Runde 2018/19 behielt der FV Reichenbuch mit 3:0- und 3:2 die Oberhand und ist am Sonntag hoher Favorit. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Benjamin Bender als Torgarant die Torschützenliste mit großem Abstand anführt; kein Wunder, dass er damit mehr als die Hälfte der bisher 15 Treffer des FV Reichenbuch erzielt hat.