Alle Entscheidungen sind bereits gefallen

Die SG Erfeld/Gerichtstetten stimmt sich auf die Relegation ein

Letzter Spieltag in der Fußball-Landesliga: Alle Entscheidungen sind bereits gefallen


Mosbach/Buchen. (huwa) In der Landesliga sind die Verhältnisse geregelt, der letzte Spieltag geht als Kür über den Rasen. Der VfR Gommersdorf steigt als Meister in die Verbandsliga auf und der Vizemeister FV Mosbach versucht, in der Relegation die Eintrittskarte zur Verbandsliga zu lösen. Der TSV Kreuzwertheim sowie der FC Lohrbach müssen in den sauren Abstiegs-Apfel beißen, die SG Erfeld/Gerichtstetten hingegen besitzt in der Relegation die Chance, die Rückstufung zu vermeiden. Der TSV Oberwittstadt und der FC Lohrbach sind spielfrei. Offen ist, welcher Goalgetter letztlich am erfolgreichsten abschneidet. Ali Karsli vom SV Königshofen hat 30 Treffer auf seinem Konto. Seine beiden Verfolger, Mario Greco (TSV Tauberbi-schofsheim) und Szymon Piechowiak (SV Wertheim), haben jeweils 28 Mal getroffen.

Bereits am heutigen Freitag gastiert der TSV Buchen beim VfR Uissigheim. „Die letzten beiden Spiele waren gar nicht nach unserem Geschmack. Deshalb wollen wir gegen Buchen nochmal ein Erfolgserlebnis haben, dann fühlt sich die Sommerpause viel angenehmer an. Außerdem wollen wir den sechsten Platz nicht mehr hergeben“, sagt Uissigheims Trainer Andreas Walz. Michael Wolf, der mit Walz befreundete Buchener Coach, möchte freilich ebenfalls gewinnen, aber er ist vor allem froh, den Klassenerhalt bewerkstelligt zu haben. „Nach der total verkorksten Vorrunde haben wir eine ganz akzeptable Rückserie gespielt. Die Erwartungen vor der Runde und auch die Zielsetzung waren natürlich anders“, fasst Michael Wolf zusammen.

Als Meisterschaftsanwärter wurde der FV Mosbach in der RNZ-Umfrage nicht genannt. Ob jedoch den Kreisstädtern der zweite Platz zugetraut wurde, ist nicht bekannt. „Es war im Vorfeld der Runde nicht abzusehen, wo unsere Entwicklung hin geht. Wir haben drei Stammkräfte verloren und den Kader mit sehr jungen Spielern ergänzt. Das kann gutgehen, muss aber nicht“, blickt Mosbachs Coach Andreas Krüger auf den Saisonbeginn zurück. Dass das Konzept gegriffen hat, liegt nun auf der Hand. „Auf jeden Fall genießen wir den Moment - und dann sehen wir weiter“, betont Krüger, dessen Team den TSV Tauberbischofsheim empfängt. „Es wäre sicherlich mit etwas mehr Konstanz und weniger Ausfällen mehr möglich gewesen, unterm Strich sind wir mit der Entwicklung der Mannschaft aber zufrieden“, sagt TSV-Trainer Mario Fleischer, der die „Bischemer“ auch in der kommenden Runde coachen wird. „Zum Abschluss wünschen wir uns nochmal ein gutes Spiel“, so Mario Fleischer.

Die 3:4-Niederlage des TSV Höpfingen am vergangenen Sonntag in Tauberbischofsheim sieht Höpfingens Trainer Tobias Ippendorf als Spielbild der Saison: „Wir haben in der ersten Halbzeit einfach ein sehr ansehnliches und tolles Fußballspiel abgeliefert. Hier hat die Mannschaft gezeigt, was in ihr steckt. Leider haben wir in der zweiten Halbzeit nach einem Elfmeterpfiff gegen uns keine gute Reaktion gezeigt und spätestens als der Unparteiische den zweiten Elfmeter gegen uns gepfiffen hatte, haben wir komplett den Faden verloren.“ Ippendorfs Kernaussage: „Wir schaffen es noch nicht, Rückschläge zu verkraften und konstant auf einem Level zu spielen.“ Sein Ziel für die sonntägliche Heimbegegnung mit dem TSV Kreuzwertheim: „ Wir wollen natürlich gewinnen und damit die Saison auf dem dritten Tabellenplatz abschließen.“

In den letzten Wochen zeigte der SV Königshofen, was er drauf hat – und gewann sieben Mal in Folge. Dass die Königshöfer am vergangenen Sonntag dem VfR Gommersdorf die Punkte nicht streitig machen konnten, werden sie verschmerzen. Martin Michelbach, der Sportliche Leiter des SVK, zum Heimspiel übermorgen gegen den SV Wertheim: „Zum Abschluss nochmals ein engagierter Auftritt verbunden mit einem Sieg, das hätte sich unsere doch sehr junge Mannschaft für eine insgesamt ordentlich gespielte Saison verdient.“

Die SG Erfeld/Gerichtstetten könnte den Fünf-Punkte-Rückstand auf den am sicheren Ufer angekommenen SV Nassig mit einem Dreier in Gerlachsheim zwar verringern, doch bliebe das ohne Auswirkung. Fest steht, dass Trainer Kerim Özceliks Mannschaft am „Hoffnungslauf“ namens Relegation teilnimmt. Grund genug, das Match in Gerlachs-heim nicht als lockeres Auslaufprogramm aufzufassen. Vielmehr dient die Partie bereits als Vorbereitung auf die anstehenden „Endspiele“.

Der FC Schloßau konnte auch beim Tabellenletzten in Kreuzwertheim nicht gewinnen, was unterstreicht: Überraschungen kommen im Fußballsport öfter vor. Erstaunlich war jedoch, dass die Mainfranken mit 4:0 in Führung gingen. Nein, es war nicht der Tag des FCS. Und insgesamt zeigten die Blau-Weißen in der Rückrunde zu selten ihr wahres Gesicht. Manchmal drücken auf den ersten Blick komische Sätze mehr aus als irgendwelche Analysen. Der frühere Nationalspieler und Weltmeister von 1990, Andreas Brehme, ließ dereinst solch eine sprachliche Merkwürdigkeit vom Stapel: „Haste Schei… am Fuß, haste Schei… am Fuß.“ Gelingt den Schloßauern zu Hause gegen den SV Neunkirchen ein guter Saisonabschluss? Dem erfolgreichen Aufsteiger aus dem Kleinen Odenwald ist es mittels des Erfolgs gegen den TSV Oberwittstadt gelungen, die 40-Punkte-Marke zu knacken. Eine imponierende Leistung für einen Neuling, der mit dem Ziel „Klassenerhalt“ in die Saison gestartet war.

Wie es sich für einen souveränen Meister gehört, verabschiedete sich der VfR Gommersdorf am vergangenen Sonntag vom heimischen Publikum mit einem Sieg. Es spricht für die Jagsttäler, dass sie die letzten Partien nicht als Wettbewerb um die goldene Ananas einstufen, sondern meisterwürdig auftreten. Es ging im Heimspiel natürlich auch darum, den in Gerlachsheim erlebten Ausrutscher auszuradieren, denn die erste Saisonniederlage stieß dem Verbandsligaaufsteiger sauer auf. Auf seiner letzten Station der Runde hält der Jagsttal-Express am Sonntag in Nassig. Auf die Rückfahrt soll ein mit drei Punkten bepacktes Köfferchen mitgenommen werden.
Nordbadische Nachrichten vom Freitag, 26. Mai 2017