Stoppt Höpfingen den grandiosen Lauf des VfR?

LANDESLIGA ODENWALD TSV STRÜMPFELBRUNN UND TSV BUCHEN TREFFEN IM "KELLERDUELL" AUFEINANDER / GERLACHSHEIM UND DIE SV VIKTORIA WERTHEIM HOFFEN AUF DIE TRENDWENDE

Der 11. Spieltag der Landesliga Odenwald könnte dem schon mit drei Punkten führenden FV Lauda weitere Höhenluft verschaffen, wenn das Heimspiel gegen den FV Mosbach gewonnen wird. Denn die Verfolger stehen vor schweren Prüfungen und können sich - wie im Verfolgerduell des TSV Höpfingen gegen den VfR Uissigheim - gegenseitig Punkte wegnehmen. Gerlachsheim und Strümpfelbrunn hoffen nach dem ersten Saisonsieg, dass der Knoten geplatzt ist und der Aufwärtstrend rasch aus dem Tabellenkeller führt.

Das Schlagerspiel des Sonntags steigt beim TSV Höpfingen, der den Tabellenzweiten VfR Uissigheim empfängt. TSV-Trainer Tobias Ippendorf hat mit seiner Mannschaft das 2:2 in Mosbach analysiert: "In der ersten Halbzeit hatten wir zwar mehr Ballbesitz, aber unsere Laufbereitschaft gegen und mit dem Ball sowie die offensiven Zweikämpfe haben nicht gestimmt." Er lobte sein Team, das den Zwei-Tore-Rückstand noch aufholte und in der Schlussphase sogar noch Möglichkeiten zum Siegtreffer hatte. "Nun freuen wir uns auf Uissigheim. Wir wissen, dass sie einen grandiosen Lauf haben; es wird bestimmt ein interessantes Spiel."

Über sechs Jahre liegt der letzte Sieg des FV Mosbach beim FV Lauda zurück. Es war die letzte gemeinsame Verbandsliga-Runde, in der die Mosbacher in der Hin- und Rückrunde gewannen. Vor zweieinhalb Monaten warf die Baumann-Elf den MFV mit einem 5:0-Kantersieg aus dem BFV-Pokalwettbewerb. Für den Tabellenführer wird die Partie dennoch kein Selbstläufer, denn die Gäste sind seit vier Spieltagen ungeschlagen; drei Spiele gingen unentschieden aus. Auswärts allerdings reichte es nur zu einem 2:1-Erfolg in Schloßau, und fünf Treffer in fünf Spielen geben wenig Anlass zur Hoffnung auf den nächsten Dreier. Der favorisierte Gastgeber wird sich auf eine defensiv eingestellte Mosbacher Elf einstellen müssen.


Um den Klassenerhalt zu schaffen, muss der SV Neunkirchen im Heimspiel gegen den TSV Oberwittstadt alles Können in die Waagschale werfen, um an den jüngsten 3:2-Heimerfolg über Nassig anzuknüpfen und seine inzwischen positive 2-1-1-Heimbilanz mit 6:6 Toren weiter auszubauen. Im Vorjahr behielt die Vogt-Mannschaft nach einem ansprechenden Spiel knapp mit 2:1 Toren die Oberhand.

Deutlicher könnte der Gegensatz kaum sein. Während die Formkurve dem Gastgeber FC Schloßau im Heimspiel gegen den SV Königshofen nur die Außenseiter-Rolle zuweist, ist nach einem Blick auf den Direktvergleich der vergangenen Jahre eher eine ausgeglichene Begegnung zu erwarten. Denn 2-2-2 ist die Bilanz seit 2014, und im Vorjahr teilte man sich die Punkte (1:1), während die Messestädter ihr Heimspiel sogar mit 0:2 Toren nach zwei Treffern von Luca Böhm verloren. In sieben Einsätzen gelang Böhm in dieser Runde allerdings noch kein Tor. Doch die Messestädter wollen sich vom aktuellen Tabellenstand des FC nicht täuschen lassen und konzentriert die Aufgabe angehen. Es winkt der fünfte Sieg in Folge. Der zuletzt fehlende Benedict Funke steht wieder zur Verfügung.
Weder für die SV Viktoria Wertheim, noch erst recht für den VfR Gerlachsheim sind die bisher erkämpften 12 beziehungsweise fünf Punkte ein Ruhekissen, auf dem man sich ausruhen könnte. Beide Teams gewannen zuletzt und wollen den Aufwind für einen weiteren Erfolg nutzen. Im vorigen Jahr gewannen die Wertheimer beide Punktspiele mit 3:2 daheim und 3:1 in Gerlachsheim. In der augenblicklichen Situation wäre eine Punkteteilung für die Gäste schon ein Erfolg.


Aufsteiger Türkspor Mosbach sieht im Heimspiel gegen den Tabellenfünften SV Osterburken die Chance, selbst Anschluss nach oben zu finden. Zuletzt ging es vor elf Jahren zwischen beiden Teams um Landesliga-Punkte, die sich damals die Mosbacher im Hin- und Rückspiel sicherten. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Wöppel marschiert unbeirrt weiter und ist inzwischen bester Aufsteiger. Dagegen ist Türkspor daheim noch ungeschlagen, hat nach vier Spielen eine 15:3-Tordifferenz und knöpfte bisher als einziger Landesligist dem Spitzenreiter Lauda einen Punkt ab. Für Spannung ist also gesorgt.


Dass nach zehn Spieltagen die Partie des TSV Strümpfelbrunn gegen den TSV Buchen als ein Kellerduell angepfiffen wird, ist eine echte Überraschung. Aus Sicht des Gastgebers soll sich die Lage rasch ändern; Antonio Iannello, mit dem der TSV in die Verbandsliga aufgestiegen ist, machte den Trainerstuhl für Co-Trainer Christoph Meier vor dem ersten Saisonsieg in Tauberbischofsheim frei.
Beim Tabellenschlusslicht FC Grünsfeld muss der SV Nassig mit heftigem Widerstand rechnen. Grünsfeld verlor die drei jüngsten, Nassig die letzten zwei Spiele. Im Vorjahr teilten sich beide Teams die Punkte (2:2). Der letzte Heimsieg der Grünsfelder, die nun vom bisherigen Co-Trainer Marco Schenk gecoacht werden, liegt schon acht Jahre zurück.


Im Verfolgerduell will der TSV Tauberbischofsheim seinen Zwei-Punkte-Vorsprung im Kräftemessen mit dem Tabellennachbarn VfR Gommersdorf II am liebsten weiter ausbauen. Die Gäste haben die klare Niederlage gegen den FV Lauda besprochen und abgehakt. Auch die Mannschaft von Trainer Mario Fleischer patzte am letzten Spieltag zu Hause. Dennoch gehen die TBB-Mannen als Favorit in die Begegnung; die Punkte für den VfR hängen hoch im Tauberstadion. Mit ähnlich guten Leistungen wie in den vergangenen Auswärtsspielen wird die Schabert/Westphal-Truppe versuchen, etwas Zählbares mit ins Jagsttal zu nehmen. Als ehemaliger VfR-Spieler darf Torjäger Mario Greco mit besonderer Aufmerksamkeit rechnen; schließlich erzielte er mit zwölf "Buden" fast die Hälfte der Tore seiner Mannschaft. Bei den Jagsttälern kehrt Patrick Retzbach in den Kader zurück, auch Rafael Klohe hat das Training wieder aufgenommen. Tobias Rehrauer wird noch etwas Zeit benötigen und steht noch nicht zum Einsatz bereit.
© Fränkische Nachrichten, Freitag, 13.10.2017